Editors

In meinem ersten Beitrag will ich gleich mal die Hosen runterlassen. Sprichwörtlich gesehen. Ist das eine gute Idee? Ich weiß es nicht.

 

Es geht um die Editors: "The weight of the world". Ist euch bestimmt ein Begriff. Kein Lied zum mal eben an- und reinhören, bei 1:37min Spielzeit weiterdrücken und das nächste anhören. Ein Lied, das fordert. Viel fordert. Aber auch viel gibt. Ich weiß noch, als ich es das erste Mal hörte (und jetzt kommen wir auch schon direkt zum Hosen-runterlassen-Part): Ich war hin und weg.

Kein „Meine Eltern schenken mir ein Auto zum 18.“-Hin und weg; kein „Wie jetzt, ich habe die Klausur bestanden?“-Hin und weg. Eher eine 4:18min-langes Hin und weg, welches - zumindest bei mir - immer zwangsläufig eine Retroperspektive auf das eigene Leben hervorruft, bedingt durch die Zeilen, die meiner Meinung nach niemand so bedeutungsschwanger singen kann wie Tom Smith. Der epische Anfang, das epische Ende und jede einzelne Sekunde dazwischen. Es passt einfach alles. „Keep a light on those you love, they will be there when you die“.

 

Ich war nie ein Musterenkel. Sicher, ich hatte meine Phasen, nachdem ich von zu Hause weg nach Bochum gezogen bin, aber ab und an ein Anruf bei meinen Großeltern hätte sicher nicht geschadet und wäre im Zeitplan drin gewesen. Ich habs nicht hinbekommen.

Was ändern? Gedanken machen? Warum auch... Zu sehr mit mir beschäftigt. Und genau das wird mir klar, als ich dieses Lied höre. Es sagt mir: Hör zu, du Idiot! Erfreue dich an deiner Oma und deinem Opa, halte Kontakt, beschäftige dich mit ihnen. Tausend Gedanken im Kopf, alles rast. Ohne es wirklich zu merken hatte ich bereits die repeat-Taste gedrückt und befand mich in der Endlosschleife, was mir aber wie ein langer Soundtrack vorkam. Höchstwahrscheinlich hatte ich es mittlerweile 10- oder 15-mal gehört, ehe ich das Handy nahm.

 

Ich wählte die Nummer, Freizeichen. Es hebt jemand ab, es ist meine Oma. Ich merke, wie mir die Tränen kommen. Warum auch immer, ich kämpfe dagegen an, will das irgendwie nicht zeigen. Wir unterhalten uns über recht belanglose Sachen, aber darum geht es auch nicht. Nach etwa 10Minuten (Weight of the world läuft leise immer noch in der Endlosschleife nebenher.) bekomme ich Opa ans Telefon. Mein Plan, alles so gut zurückzuhalten wie möglich, ging nicht mehr auf. Ich weinte leise, während er von der Ernte oder von sonst irgendetwas erzählte. Ich war froh, dass er sprach, denn ich konnte kaum ein „Ah ja!“ oder „Echt?“ hervorbringen. Nach etwa einer halben Stunde Gespräch haben wir uns verabschiedet. Ich fühlte mich richtig gut, Ballast ist abgefallen. „love replaces fear“. Und dafür bin ich den Editors und diesem Lied sehr dankbar.

 

Ich kann heute schätzen, was ich habe. Viele hatten diese Gelegenheit vielleicht nicht. Deshalb bin ich glücklich. Music is everything. Musik ist eben alles.

 

So, das reicht fürs erste. Die nächsten Themen werden sicher leichter. So z.B. mein Bericht über das Killers-Konzert am 31.05. in HH. Das große Überthema soll und wird aber Musik bleiben, kleine Schwenker inbegriffen. Wenn ihr Anregungen oder Wünsche, Kommentare, Verbesserungen, so´n Zeug eben, habt - dann her damit. Bin jetzt erstmal weg. Telefonieren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0