Tom Jones - 24 Hours

Tom Jones
Tom Jones - 24 Hours

Diesen Mann muss man nicht vorstellen. Thomas John, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Tom Jones, ist zurück. Zu den bekanntesten Hits des „Tigers“ zählen sicher „It’s not unusual“, „What’s new Pussycat?“, „Thunderball“ oder „She’s a woman“. Die CD, mit der Jones durchaus an jene alten Erfolge anknüpfen konnte, war das Album „RELOAD“ aus dem Jahr 1999. Auf diesem Album coverte er mit vielen bekannten Musikern der Gegenwart, wiederum Songs von Kollegen und interpretierte diese oft vollkommen neu. Ich erinnere mich gut, als ich wie hypnotisiert auf meinen Fernseher starrte, weil ich im Nachmittagsprogramm von MTV zum ersten Mal „Burnging down the house“ (ein Duett mit „The Cardigans“) sah. Ich war fasziniert vom Soul des Herrn Jones, seiner Energie und der Chemie zwischen ihm und der Sängerin Nina Persson. Noch viel interessanter fand ich schon damals, mit welcher Frische und tatsächlichem Neuwert Jones und Kollegen die Songs beladen konnten.

 

Sein neues Album beginnt mit dem Opener „I’m alive“. Der Tiger brüllt und der Hörer spürt: Da könnte was dran sein! Zwar braucht der erste Song einige Durchläufe – aber er zündet und wenn er es tut, dann strotzt er nur so vor Coolness. Absolut clubtauglich sind dann auch „If he should ever leave you“, “Feels like music”, “Give a little love”, “In style and rhythm” und der Bonustrack “Take me back to the party”. Es braucht nicht viel an Vorstellungskraft, um die dazu passenden Düfte von Schweiß, Alkohol und unterschiedlichen Parfums wahrzunehmen. Man sieht Frauen und Männer, die sich irgendwo zwischen Tanz und Kopulation befinden. Ganz besonders haben es mir „Feels like music“ und „Take me back to the party“ angetan. Ganz ehrlich: Bessere Mittel zur Anregung der Testosteronproduktion findet man nirgends!

 

Dass der Tiger auch anders kann, zeigt er mit acht weiteren Songs auf dem Album. Diese eignen sich entweder zum entspannten Hören, jedoch ohne jemals langweilig zu erscheinen. Andere hingegen sind großartige Lovesongs („Never“, „Seen that Face“) und dann gibt es noch zwei Titel, die für Gänsehaut sorgen („The Hitter“, „24 Hours“), weil sie wirklich autobiographisch zu sein scheinen und Tom Jones so eine Nähe und Authentizität vermittelt, die sondergleichen ist. Man hängt an seiner Stimme, saugt die Erfahrung in sich auf und wenn am Ende von „24 Hours“ das zarte Streichorchester die letzten ergreifenden Töne spielt, weiß man, der Erzähler dieses Songs ist weg. Über den Jordan. Mausetot. Wer davon nicht berührt ist, dem ist nicht mehr zu helfen!

 

Wie immer gilt: Jones Stimme mag man, oder eben nicht. Da gibt es auch nichts dran zu Rütteln. Musikalisch hat er mit diesem Album wahrscheinlich sein bisher bestes abgeliefert und es tat ihm gut, sich auf eine Band zu verlassen, die klingt, als hätten sie Las Vegas aufgesaugt und nichts davon zurückgelassen. Dieses Album hat alles, was ein gutes Album braucht: Keine musikalischen Patzer, Songs zum sich Aneinanderreiben und Lieder, die für die eine oder andere Träne sorgen dürften.