[Rec]

Inhalt

Eine sehr junge Version von Frauke Ludowig steht mit einem Mikrofon gewappnet vor einer Kameralinse und begrüßt die Zuschauer einer Reality-Sendung, für die gerade gedreht wird. Nacht für Nacht ist sie unterwegs, um die Menschen zu porträtieren, die arbeiten, während andere schlafen. Diesmal steht sie in einer Feuerwehrwache und ist wegen aufkommender Langeweile froh darüber, dass die Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen wird. Eine alte Frau hat sich verletzt und schreit so laut, dass die anderen Mieter des Hauses nicht schlafen können. Blöderweise kann ihr niemand helfen, weil die alte Dame ihre Wohnungstür verschlossen hat und offensichtlich unfähig ist, diese zu öffnen. Als die Feuerwehrmänner, die Reporterin und ihr Kameramann am Unfallort ankommen, ist die Polizei schon da. Gemeinsam betreten sie das Haus und werden zunächst von allen Mietern im Erdgeschoß abgefangen, von denen sie die wildesten Erklärungen über das Vorgefallene zu hören bekommen. Weil man aber da ist, um zu helfen, stürmen die Rettungskräfte nach oben, bis sie die Wohnung der alten Frau erreichen. Dort angekommen, muss die Tür erst einmal gewaltsam geöffnet werden. In der Wohnung ist es finster, nur spärlich strahlt die Straßenbeleuchtung nach drinnen. Auf die Idee, den Lichtschalter zu betätigen, kommt natürlich keiner der Retter. Warum auch? - Es gibt ja Taschenlampen! Im letzten Raum am Ende des Gangs steht blutverschmiert die alte Dame. Erst ist sie still und gibt nur hin und wieder Klagelaute von sich. Plötzlich wird sie hysterisch. Man will ihr helfen, aber sie beißt einem der Polizisten in den Hals und beschließt, so schnell nicht wieder los zu lassen.

 

Wenige Minuten später stellen alle sich im Haus befindenden Personen fest, dass sie nicht mehr nach draußen können. Das Tor des Gebäudes wurde von außen verriegelt und durch die Fenster strahlt ein grelles Licht. Schnell erfahren sie, dass das Haus aufgrund eine Infektion, die sich im inneren des Hauses ausbreitet, von der Außenwelt abgesperrt werden muss.

 

Kritik

Und hier beginnt der Terror im Kopf des Zuschauers: Vor dem Gebäude werden milchfarbene Schutz-Vorhänge gespannt, die Bewohner und ihre unfreiwilligen Gäste erfahren, dass sie auf unbestimmte Zeit im Haus bleiben müssen, wo doch gerade von dort die Gefahr ausgeht! Verletzte drohen zu sterben, weil sie nicht entsprechend versorgt werden können. In den Gesichtern der Mieter sehen wir Angst, Beklemmung, Unsicherheit, Ungeduld, Unvernunft, Ratlosigkeit. Alles gefilmt vom und aus der Perspektive des Kameramannes. Immer dann wenn der Kameramann die Opfer und Geschehnisse filmt, wird er gerügt, bekommt Ärger von einem der Polzisten und schnell wird klar, welche Botschaft hier transportiert werden soll: "Böse böse Medien!"

 

Weil dem Zuschauer das aber sehr schnell deutlich wird, nervt es einfach, dass kontinuierlich über Reporterin und Kameramann gemeckert wird, wo die beiden doch nur ihren Job tun. Davon mal abgesehen, ist die Idee, eine Handkamera zu benutzen nicht wirklich neu, aber die hektischen und authentischen Bilder sorgen dafür, den Puls ungesund in die Höhe zu treiben. Positiv augefallen ist mir zudem, dass die lebenden Toten (Für alle die, die auf dem Schlauch stehen: Zombies!) nicht mit an sich herunterhängenden Gedärmen durch die Gegend rennen, sondern wenn dann "lediglich" blutdurchtränkt. Hier und da wird geschrien, es gibt die erahnten Schocker, aber auch kleine Schockelemente, mit denen man eben nicht gerechnet hat.

 

Durch das Aufeinandertreffen der verschiedenen Charaktere kommt sogar ab und zu Spaß auf und man bekommt Sprüche zu hören, die zwar skuril aber nie albern wirken. Nur was mich dann doch gestört hat (und zwar massiv!), ist das Ende. Der Film kommt daher und vermittelt dem Zuschauer ein Gefühl von absolut erschreckender Realität. Leider wird das Ende dem ganzen nicht gerecht. Ich habe mit einem wirklich – im zynischen Sinne – fiesen Ende gerechnet und hatte auch eine Idee, wie dieses aussehen könnte. Leider war die Auflösung derart lahm, dass ich den Film mit einem weinenden Auge verlassen habe.

 

Alles in allem ist der Film aber jedem Fan dieses Genres zu empfehlen, als – sagen wir mal – kleine Zwischenmahlzeit. Denn genügend Spaß macht er allemal und bietet darüber hinaus genau die richtige Menge an nervenaufreibenden Schockelementen.

Interessant ist vielleicht noch, dass bald ein amerikanisches Remake dieses spanischen Films in die Kinos kommen soll. Der Wunsch nach einem kreativeren Ende, als man es im Original zu sehen bekommt, wird aber sicher unerfüllt bleiben.

 

Mittlerweile habe ich auch das amerikanische Remake ("Quarantäne") von "[Rec]" gesehen. Wie ich mir schon dachte, hat man am eigentlich typischen Horrorfilm-Ende nichts geändert. Leider verrät der Titel des Remakes schon zu viel über den Inhalt, was beim spanischen Originaltitel nicht der Fall ist. Wie bei Remakes japanischer Grusel-Schocker üblich, erfolgte hier seitens der Amerikaner eine 1:1-Adaption. Da mir der Inhalt schon bekannt war, kann ich mir nicht durchringen, dem Remake die gleiche Bewertung wie dem Original zu geben, deshalb nur:

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